„Niemand erkennt, dass die Natur nichts anderes ist als das Gewand Gottes."
Sathya Sai Baba

Die „Go Green Conference in Prashanti Nilayam, 25./26. Juli 2018“ wurde initiiert, um das Bewusstsein über die Beziehung des Menschen zur Natur sowie seine Verantwortung ihr gegenüber zu erweitern. Hierbei standen zwei Fragen im Mittelpunkt:

  • welchen Einfluss unser eigenes Verhalten auf unsere Umwelt hat und
  • was wir angesichts des erschreckenden Zustands des Planeten tun können,
    um zurück zu einem Gleichgewicht von Mutter Erde zu kommen.

Das Programm der Konferenz bot den über 1.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern hierzu vielfältige Möglichkeiten.

Die vielschichtigen Facetten des Themas wurden von renommierten Sprechern, die sich beruflich, auf persönlicher Ebene oder im Rahmen von Aktivitäten der Sathya Sai Internationalen Organisation regelmäßig mit Umweltfragen auseinandersetzen, beleuchtet.

Dies beinhaltete eine Bewusstmachung des Ausmaßes, in dem egozentrisches oder unbewusstes menschliches Handeln praktisch alle Aspekte der weltweiten Ökosysteme massiv beeinflusst oder irreversibel gestört hat.

Der Mensch versucht, Zufriedenheit und Freude dadurch zu erlangen, indem er die Kräfte der Natur seinem gebrechlichen Willen unterwirft. Aber alle Versuche, die Natur zu meistern, Gewalt über sie zu erlangen oder sie zum persönlichen Nutzen zu verwenden, müssen scheitern. Solche Versuche werden mit Sicherheit verheerende Auswirkungen nach sich ziehen.

 

Sathya Sai Baba in „Der königliche Weg", S.17

Klimawandel, Verschmutzung von Land, Wasser und Luft durch Umweltgifte und Plastik, Waldverlust und Artensterben in drastischem Ausmaß sowie die Folgen industrieller Landwirtschaft wie Bodenerosion und Wasserknappheit sind Beispiele für Entwicklungen, die heute ein Großteil der Weltbevölkerung bereits als „Alltag“ kennt.

M.C. Mehta, Umweltanwalt und -aktivist aus Nordindien betonte in seiner Ansprache die absolute Notwendigkeit verantwortungsvollen und von positiver, spiritueller Energie motivierten Handelns, um diesen Effekten entgegenzuwirken – und um als Menschheit überhaupt überleben zu können.

Katinka van Lamsweerde aus den Niederlanden sprach in diesem Zusammenhang von der Bedeutung, sich der Verbindung von Gott, der Natur und dem Menschen bewusst zu sein.

Aber der wirkliche Guru ist kein menschlicher Lehrer. Die Schöpfung (prakriti) selbst, die Welt um euch herum, ist es.

 

Sathya Sai Baba spricht, Bd.11, 1. Aufl., 1992, S. 90

Seht in der äußeren Natur das Ornat Gottes; sie ist der Ausdruck seines Willens, sie ist die Manifestation seiner Herrlichkeit, Stärke, Macht und Majestät. Seht diese in jedem Grashalm, Blütenblatt und jeder Frucht. Lernt die Lektionen vom Fluss, von den Bergen, dem Stern und dem Himmel.

 

Sathya Sai Baba in „Gott, Natur, Mensch" S.74

In einer Podiumsdiskussion wurden mögliche Handlungsschritte zur Bewältigung von Umweltproblemen erörtert.

Zunächst wurde festgestellt, dass die Konsequenzen, die sich aus unserem Verhalten ergeben, oft solange ignoriert werden, bis sie unerträglich werden. Die Diskussionsteilnehmer waren sich darin einig, dass trotz des globalen Ausmaßes der Probleme eine nachhaltige Veränderung vor allem auf der persönlichen Ebene beginnen sollte. Dies betreffe die Art und Weise, wie wir unser eigenes Leben gestalten und mit den Ressourcen der Natur umgehen (Energienutzung, Reisen, Konsum, Recycling bzw. Vermeidung von Plastik und anderen künstlichen Materialien etc.; das von Swami initiierte Programm „Begrenzung der Wünsche“ setzt an genau diesem Punkt an).

Eine zentrale Rolle spiele hierbei die Selbstreflexion bzw. Bewusstwerdung, welchen Umwelteinfluss (zum Guten oder Schlechten) das eigene Handeln oder Nicht-Handeln im Alltag hat. Sobald wir die Einheit mit Mutter Erde fühlen, werde es sehr viel einfacher, uns adäquat um sie zu kümmern; die Kultivierung dieses Einheitsbewusstseins sollte entsprechend auch elementarer Bestandteil von Kindererziehung sein. Notwendig hierfür sei in erster Linie, unseren Bezug und realen Kontakt zur Natur wiederzuentdecken bzw. zu stärken.

Die Bedeutung der persönlichen Transformation wurde von verschiedenen Sprechern am zweiten Tag der Konferenz weiter ausgeführt.
Wirkliche Veränderung im Außen finde immer nur statt, nachdem wir uns selbst ändern!

Wir können Gesetze zum Umweltschutz erlassen und junge Menschen bezüglich der Wichtigkeit einer sauberen Umwelt erziehen. Aber bis wir verstehen, dass unser höchstes Selbst ganz und gar eins mit den anderen ist und bis wir verstehen, dass die Quelle des wahren Glückes aus unserem Innern kommt und nicht von außen, so lange wird die Umwelt sich weiterhin verschlechtern.

Sathya Sai Baba in „Tretet sachte auf", Tina K. Schweikert S. 109

Das erfordere Bewusstsein... „Es ist ER (Gott), der all die Plastikverschmutzung konsumieren muss; es ist ER, der all die verschmutzte Luft einatmet; das bricht mir das Herz“, erwähnte eine Referentin und den Mut, das Unübliche und häufig auch Unbequeme zu tun und dadurch als Vorbild voranzugehen.


Mehrere Sprecher gaben Beispiele dafür, wie Sathya Sai Baba auf einfachste Weise gelebt und konsequent nur das wirklich erforderliche Maß an Ressourcen verwendet hat, beispielsweise Wasser, Nahrung, Elektrizität oder Papier.

 

Mehrere Referenten zeigten Beispiele für existierende „Go Green“-Initiativen der SSIO in verschiedenen Teilen der Welt.

Manfred Müller-Gransee, Koordinator der Region 71, gab beispielsweise einen Überblick über das neue Projekt der SSIO zur umweltgerechten Entsorgung alter Mobiltelefone und recycling der darin verarbeiteten Wertstoffe.

Sri Ratnakar, Mitglied des Sri Sathya Sai Central Trusts, stellte die in jüngster Vergangenheit errichtete große Solaranlage in Puttaparthi vor, welche zukünftig eine weitgehend klimaneutrale Stromversorgung des Aschrams sicherstellen wird.

Im gleichen Vortrag wurde anhand eindrücklicher Fotos gezeigt, wie in den letzten Jahrzehnten unter Swamis vorausschauender Anleitung der Aschram durch Pflanzung einer Vielzahl an Bäumen von einem staubigen Stück Land zu einer grünen Oase wurde.

Neben den Plenarveranstaltungen gab es mehrere Workshops und Studienkreise, in denen sich die Teilnehmer gemeinsam über den Status Quo und mögliche nächste Schritte austauschen konnten. Neben einer Diskussion existierender und möglicher zukünftiger Aktivitäten der SSIO (z.B. Beseitigung von Umweltverschmutzung, Gemüseanbau mit sozial schwachen Familien, Pflanzen von Bäumen, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltwerteerziehung) stand auch hier der persönliche Bezug zum Thema und die Frage nach eigenen Handlungsmöglichkeiten im Alltag im Vordergrund.



Ein Highlight war die „Go Green“-Ausstellung, welche parallel zur Konferenz für Besucher geöffnet war. Hier wurden vielfältige Hintergrundinformationen zu Umweltfragen gegeben. Um nur einige zu nennen: Einfluss der Argrarindustrie (insb. Fleisch- und Milchproduktion) auf die Umwelt und Bedeutung der bewussten Lebensmittelauswahl; Ausmaße der Plastikverschmutzung und Möglichkeiten zur Eingrenzung der Plastikverwendung; Gifte die durch Verwendung gewöhnlicher Haushaltsgüter in die Umwelt gelangen und Alternativen hierfür; Produkte die auf Tierversuchen basieren und Möglichkeiten diese zu vermeiden. Im Rahmen der Ausstellung gab es weitere Vorträge zu Umweltprojekten: Manos Karakostas aus Griechenland (Sai Prema) stellte seinen ökologisch wirtschaftenden Hof vor, den er nach Prinzipien der Permakultur und der regenerativen Landwirtschaft erfolgreich betreibt.

Auch für die Kinder war gesorgt: in einem abwechslungsreichen Kinderprogramm wurde u.a. ein Ausflug zu einer Farm organisiert, die von einem ehemaligen Studenten des Institute of Higher Learning betrieben wird und eine Vielfalt an Nahrungsmittel nach bereits im Ayurveda beschriebenen Anbaumethoden produziert – ohne Verwendung von Kunstdünger und Pestiziden. Die Farm hat Modellcharakter und konnte bereits über 40 Bauern im Umfeld von Puttaparthi dazu motivieren, regenerativ und wirtschaftlich erfolgreich Landwirtschaft zu praktizieren.

Nun wird es darum gehen, wie wir das durch die Konferenz geschaffene Bewusstsein der Einheit von Gott, Natur und Mensch unserem Land umsetzen und selbst aktiv werden, um unserer Verantwortung gegenüber der einen Mutter Erde gerecht zu werden.

Brecht das Gesetz der Natur, und sie versetzt euch Ohrfeigen; gehorcht ihren Geboten, hört auf ihre Warnungen, und sie wird euch das Erbe eurer Unsterblichkeit vermitteln.

Sathya Sai Baba in „Gott, Natur, Mensch", S.73



Inaugural Session

Morning session in the Sai Kulwant Hall, July 25th.

Day 1, Evening Program

Evening session in the Sai Kulwant Hall, July 25th.

Day 2, Morning Program

Morning session in the Sai Kulwant Hall, July 26th.

Closing Session

Evening session int the Sai Kulwant Hall, July 26th.

Das Go Green Network bringt Mitglieder der SSIO zusammen, die sich für den Umweltschutz des Planeten in ihren eigenen Sathya Sai Zentren / Gruppen und darüber hinaus, einsetzen wollen. Diese Mitglieder werden sich in einer Online-Plattform vernetzen, um Ideen, Ressourcen und bewährte Verfahren auszutauschen, und haben die Möglichkeit, an Webinaren und Studienzirkeln teilzunehmen, um ihre eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vertiefen. Hier zur Anmeldung: